Die ATD ICE (International Conference & Exposition) ist die weltweit größte Konferenz für Talent Development und Learning & Development: rund 10.000 Teilnehmende, mehrere hundert Sessions, eine Expo-Messe mit den wichtigsten Anbietern des globalen L&D-Markts. Ich fahre seit 2017 hin und organisiere inzwischen eine Delegation für Kolleginnen und Kollegen aus dem DACH-Raum. Dieser Artikel erklärt, was mich zurückbringt — und was PE-Verantwortliche im Mittelstand und Trainerinnen und Trainerkonkret davon haben.
Was auf der ATD 2022 und 2023 in den Sessions dominiert hat, ist 2024 und 2025 im DACH-Raum angekommen: KI-Integration in Lernarchitekturen, Skills-Based Organizations, veränderte Kompetenzmodelle für eine Arbeitswelt, in der KI operative Aufgaben übernimmt. Dieser Vorlauf ist kein Zufall. Die ATD bündelt eine Dichte an Practitioners, Forschenden und Anbietern, die anderswo in dieser Kombination nicht existiert.
Für PE-Verantwortliche im Mittelstand bedeutet das konkret: Wer dort die Diskussionen verfolgt, bekommt ein belastbares Bild davon, welche Ansätze international funktionieren und welche sich als kurzlebig erweisen. Das ist wichtiges Orientierungswissen für die eigene Programmplanung. Was heute in Boston diskutiert wird, landet später auf dem Tisch beim Geschäftsführer in Frankfurt, Stuttgart oder Wien.
Ein Praxisbeispiel: Bereits 2023 wurden auf der ATD Ansätze sichtbar, die Kompetenzmodelle und Führungskräfteentwicklung auf KI-veränderte Arbeitsumgebungen ausrichten. Wer solche Impulse 2024 in ein eigenes Programm übersetzt hat, konnte früher Erfahrungen sammeln als Unternehmen, die erst jetzt damit beginnen.
Die Themen, die auf der ATD verhandelt werden, betreffen zunehmend nicht nur L&D-Fachleute, sondern die Führungspraxis insgesamt. Amy Edmondson von der Harvard Business School hat dort ihre Forschung zu psychologischer Sicherheit unmittelbar für die Praxis aufbereitet. Dan Pink hat Motivationsforschung in konkrete Führungsimpulse übersetzt. Barack Obama und Oprah Winfrey haben auf der Keynote-Bühne gestanden. Das ist keine Staraufstellung als Selbstzweck: Es zeigt, dass die ATD Themen an der Schnittstelle von gesellschaftlichem Wandel, Führung und Organisationsentwicklung behandelt.
Für PE-Verantwortliche, die intern regelmäßig erklären müssen, warum bestimmte Entwicklungsansätze sinnvoll sind, liefert die ATD Argumentations- und Konzeptgrundlagen aus der globalen Praxis. Als Trainer und Leadership Consultant bekomme ich Impulse für die Gestaltung von aktuellen und zukunftsweisenden Programmen
Die Breakout-Sessions sind in der Mehrzahl praxisorientiert. Wie gestaltet man Lernarchitekturen für hybride Teams? Wie lassen sich KI-gestützte Tools sinnvoll in Entwicklungsprogramme integrieren? Welche Messmodelle funktionieren für L&D-Investitionen tatsächlich? Das sind Fragen, die dort von Practitioners beantwortet werden, die sie täglich aus der Praxis heraus bearbeiten. Auf der Expo zeigen Anbieter wie LinkedIn Learning, Cornerstone oder Coursera for Business ihre aktuellen Programme und Plattformen — konzentriert auf einem Fleck, vergleichbar an einem Tag.
Ehrlich gesagt: überwältigend. Die schiere Größe, 10.000 Teilnehmende, Dutzende parallele Sessions zu jeder Stunde, eine Expo-Messe, die allein einen halben Tag füllt, war eine Herausforderung. Man sitzt am Abend im Hotel und hat das Gefühl, das Wichtigste verpasst zu haben, obwohl der Tag voll war. Das ist keine Frage der Erfahrung, sondern der Struktur: Diese Konferenz ist für Einzelreisende schlecht kalibriert.
Was mir damals fehlte, war eine Gruppe. Menschen, mit denen man vorab filtert, welche Sessions sich lohnen. Mit denen man sich abends zusammensetzt und reflektiert, was hängen geblieben ist. Die einen daran erinnern, dass man die Expo-Messe mit einem konkreten Ziel betritt und nicht einfach durch die Gänge läuft. Daraus entstand die Idee der DACH-Delegation.
Wer allein auf eine Konferenz dieser Größe reist, erlebt sie anders als jemand, der eine Gruppe als Ankerpunkt hat. Die Vorteile sind handfest:
Für PE-Verantwortliche, die das Budget für internationale Konferenzen rechtfertigen müssen, empfehle ich eine konkrete Rahmung im Vorfeld: Welche zwei oder drei strategischen Fragen nehme ich mit? Welche Erkenntnisse sollen nach der Konferenz in konkrete Projekte einfließen? Gerade für international agierende Unternehmen ist die globale Perspektive notwendig, um Führungskräfteentwicklung wirksam zu gestalten.
Dazu kommt das internationale Netzwerk. Gespräche mit L&D-Professionals aus Brasilien, Australien oder Singapur, die vor ähnlichen organisationalen Herausforderungen stehen, verschieben die eigene Perspektive. Man merkt, dass Fragen, die im eigenen Unternehmen als besonders schwierig gelten, anderswo bereits bearbeitet wurden. So ergeben sich manchmal überraschend pragmatische Ansätze.
Die ATD ICE 2027 findet vom 16. bis 19. Mai in Boston statt, unter dem Konferenz-Thema „Be the Catalyst". Ich werde wieder eine Delegation aus dem DACH-Raum organisieren. Wer Interesse hat mitzukommen, sollte frühzeitig mit mir Kontakt aufnehmen. Ich unterstützte gerne bei inhaltlichen und organisatorischen Fragen rund um die Konferenz. Die Ticketpreise steigen gestaffelt über die Zeit an, frühere Anmeldungen erhalten die niedrigsten Ticketpreise.
Wer einmal dabei war, fährt in der Regel wieder. Das ist vielleicht das stärkste Argument.
Die Konferenzgebühr liegt für Nicht-Mitglieder des ATD bei rund 2.500 USD im Normalpreis, über die Delegation gilt aktuell die Super Early Bird Rate von 1495 USD. (Juli 2026). Hinzu kommen Flug, Hotel und Aufenthalt in Boston. Wer die Reise plant, sollte frühzeitig buchen, da die Hotelkapazitäten schnell erschöpft sind.
Alle Sessions sind auf Englisch. Gutes Arbeitsenglisch reicht in der Praxis aus. Die meisten internationalen Teilnehmenden sprechen kein muttersprachliches Englisch, und die Konversationsebene auf der Expo und in Netzwerkgesprächen ist pragmatisch. Wer sich vorab mit den Themen vertraut macht, findet auch schnell gesprochene Sessions gut zugänglich.
Die Konferenz richtet sich an Practitioners aus Unternehmen aller Größen. Mittelständische Unternehmen mit einer eigenen L&D-Funktion oder PE-Verantwortlichen profitieren genauso wie selbstständige Trainerinnen, Trainer und Coaches. Entscheidend ist, ob die Person, die fährt, einen konkreten Auftrag mitnimmt und die Ergebnisse danach intern weitertragen kann.
Mit der Delegation gibt es drei handfeste Vorteile: Unterstützung für Newbies vor und während der Konferenz, tägliche Touchpoints und Austausch, ein starf reduzierter Tickettarif. Dazu kommt der Netzwerkeffekt: Die Gruppe ist beim Ankommen bereits ein funktionierendes Netzwerk, das während der Konferenz gezielt erweitert werden kann. Auch Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern sind herzlich willkommen, einfach bei mir melden.
So früh wie möglich. Hotelverfügbarkeit in Konferenznähe ist erfahrungsgemäß sechs Monate vor der Konferenz bereits eingeschränkt. Wer über die DACH-Delegation reisen möchte, kann sich jederzeit an mich wenden für Informationen und den Delegationscode für den reduzierten Ticketpreis. Verpflichtungen entstehen durch die Buchung über die Delegation nicht, jeder entscheidet, wieviel Austausch und Vernetzung gewünscht ist
Wenn Sie Interesse an der DACH-Delegation für die ATD ICE 2027 haben, sprechen Sie mich an.